Rechtsstand: August 2026 · Berechnung nach § 8 und § 9 KraftStG, für Elektrofahrzeuge nach § 3d KraftStG in der Fassung des Achten Gesetzes zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (in Kraft seit Dezember 2025). Wie Plausio rechnet, steht auf der Seite Methodik.
Wie wird die Kfz-Steuer berechnet?
Für Pkw mit Erstzulassung ab dem 1. Juli 2009 setzt sich die Kfz-Steuer aus zwei addierten Bestandteilen zusammen, nicht aus einem einzigen Wert:
- Hubraum-Sockelbetrag: fällt immer an, unabhängig vom CO₂-Wert. 2,00 € je angefangene 100 ccm bei Benzinern, 9,50 € bei Diesel-Fahrzeugen.
- CO₂-Zuschlag: zusätzlich, für jedes Gramm CO₂ pro Kilometer über der zum Zulassungszeitpunkt geltenden Freigrenze.
Für Fahrzeuge mit Erstzulassung vor Juli 2009 gilt eine andere Regelung: Hier spielt der CO₂-Wert keine Rolle, stattdessen richtet sich die Steuer nach der Schadstoffklasse (Feld 14.1 der Zulassungsbescheinigung).
Die CO₂-Freigrenze im Zeitverlauf
| Erstzulassung | Freigrenze |
|---|---|
| 07/2009 – 2011 | 120 g/km |
| 2012 – 2013 | 110 g/km |
| 2014 – 2020 | 95 g/km |
| ab 2021 (WLTP-Staffel) | 95 g/km, danach gestaffelt steigende Sätze |
Steuersätze nach Schadstoffklasse (Erstzulassung vor 07/2009)
| Schadstoffklasse | Benzin je 100 ccm | Diesel je 100 ccm |
|---|---|---|
| Euro 3 oder besser | 6,75 € | 15,44 € |
| Euro 2 | 7,36 € | 16,05 € |
| Euro 1 | 15,13 € | 27,35 € |
| Euro 0 / ohne Einstufung | 25,36 € | 37,58 € |
Den früher zusätzlich erhobenen Zuschlag von 1,20 € je 100 ccm für Diesel ohne Partikelminderungssystem gibt es nicht mehr – er war nach § 9a KraftStG von April 2007 bis März 2011 befristet und ist seitdem ausgelaufen.
Was hat sich 2021 geändert?
Seit dem 1. Januar 2021 gilt für neu zugelassene Fahrzeuge eine gestaffelte CO₂-Bepreisung statt eines einheitlichen Satzes pro Gramm. Je weiter der CO₂-Ausstoß über der Freigrenze von 95 g/km liegt, desto stärker steigt der Steuersatz je zusätzlichem Gramm. Für Fahrzeuge, die vor 2021 zugelassen wurden, gilt weiterhin die alte, lineare Berechnung mit einem festen Satz von 2,00 € je Gramm über der Freigrenze.
| CO₂-Bereich | Satz je Gramm |
|---|---|
| bis 95 g/km | frei |
| 96 – 115 g/km | 2,00 € |
| 116 – 135 g/km | 2,20 € |
| 136 – 155 g/km | 2,50 € |
| 156 – 175 g/km | 2,90 € |
| 176 – 195 g/km | 3,40 € |
| ab 196 g/km | 4,00 € |
Warum ist die Kfz-Steuer beim Diesel höher?
Der Unterschied steckt im Sockelbetrag: 9,50 € gegenüber 2,00 € je angefangene 100 ccm. Bei einem Zweiliter-Motor sind das allein 150 € Unterschied pro Jahr, bevor der CO₂-Zuschlag überhaupt dazukommt. Ausgeglichen wird damit die niedrigere Energiesteuer auf Dieselkraftstoff an der Zapfsäule – ob sich ein Diesel rechnet, hängt deshalb stark von der Jahresfahrleistung ab. Der Rechner zeigt dir bei jedem Ergebnis direkt mit an, was dasselbe Fahrzeug mit der jeweils anderen Antriebsart kosten würde.
Sind Elektroautos von der Kfz-Steuer befreit?
Ja, allerdings befristet und mit zwei Stichtagen. Reine Elektrofahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen oder vollständig auf Elektroantrieb umgerüstet werden, sind ab Erstzulassung zehn Jahre lang steuerfrei – längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2035. Wer erst 2029 zulässt, kommt also nicht mehr auf die vollen zehn Jahre. Diese Verlängerung wurde mit dem Achten Gesetz zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes beschlossen, das im Dezember 2025 Bundestag und Bundesrat passiert hat; zuvor wäre die Befreiung für Neuzulassungen Ende 2025 ausgelaufen.
Nach Ablauf der Befreiung wird nicht nach Hubraum besteuert, sondern nach der zulässigen Gesamtmasse – und dieser Betrag wird nach § 9 Abs. 2 KraftStG um 50 Prozent ermäßigt. Für ein Fahrzeug mit 1.800 kg liegt die Steuer damit bei rund 50 € im Jahr. Die Befreiung bleibt außerdem bei einem Halterwechsel bestehen, sie hängt am Fahrzeug und nicht an der Person.
Plug-in-Hybride sind nicht befreit. Sie werden wie Verbrenner nach Hubraum und CO₂-Ausstoß besteuert – wegen der niedrigen Normverbrauchswerte fällt die Steuer allerdings oft gering aus.
Kfz-Steuer berechnen ohne Fahrzeugschein
Die exakte Berechnung setzt voraus, dass du Hubraum und CO₂-Wert bereits kennst, meist aus der Zulassungsbescheinigung Teil I eines Fahrzeugs, das du besitzt oder gerade übernimmst. Wer dagegen noch nach einem Gebrauchtwagen sucht, hat diese Angaben nicht zur Hand: Ein Inserat nennt selten den exakten WLTP-CO₂-Wert, und den Fahrzeugschein bekommt man frühestens bei der Besichtigung zu sehen.
Für genau diesen Fall greift der zweite Modus auf eine Fahrzeugdatenbank mit über 1.000 Modellen und ihren Motorisierungen zurück. Du wählst Marke, Modell und Motor, gibst die Erstzulassung aus dem Inserat ein und bekommst eine realistische Einordnung – ohne Fahrzeugschein, ohne Registrierung. Das Ergebnis ist eine Schätzung auf Basis typischer Werte für diese Motorisierung und ersetzt die exakte Berechnung nicht, reicht für den Kostenvergleich zwischen zwei Inseraten aber aus.
Oldtimer, Saisonkennzeichen und andere Sonderfälle
H-Kennzeichen: Oldtimer ab 30 Jahren mit entsprechendem Gutachten zahlen eine Jahrespauschale von 191,73 € für Pkw, unabhängig von Hubraum, Antriebsart und Schadstoffklasse. Bei großvolumigen Motoren ist das meist deutlich günstiger als die reguläre Besteuerung, bei kleinen Motoren dagegen teurer.
Saisonkennzeichen: Die Steuer fällt nur für die Monate des Zulassungszeitraums an. Ein Cabrio mit Saison von April bis September zahlt also die Hälfte der Jahressteuer. Beide Fälle kannst du im Rechner unter „Sonderfälle" berücksichtigen.
Wohnmobile werden nach zulässiger Gesamtmasse und Schadstoffklasse besteuert, Motorräder nach Hubraum mit 1,84 € je angefangene 25 ccm. Beide Fälle deckt dieser Rechner nicht ab, weil er auf Pkw ausgelegt ist.
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Muss ich beim Autokauf die Kfz-Steuer selbst ummelden?
Nein, die Kfz-Steuerpflicht entsteht automatisch mit der Zulassung auf deinen Namen. Das zuständige Hauptzollamt zieht den Betrag per SEPA-Lastschrift von deinem hinterlegten Konto ein, in der Regel einmal jährlich im Voraus.
Warum weicht meine tatsächliche Steuer vom Rechner ab?
Rechtlich maßgeblich ist immer die Steuerfestsetzung durch das zuständige Hauptzollamt. Abweichungen können durch abweichende Schadstoffklassen bei älteren Fahrzeugen, Sonderregelungen oder Erfassungsfehler in Inseraten entstehen.
Zählt die Kfz-Steuer zu den laufenden Kosten, die ich vor dem Kauf einplanen sollte?
Ja, neben Versicherung, Kraftstoff und Wartung ist die Kfz-Steuer ein fester Posten. Bei stärker motorisierten oder älteren Fahrzeugen mit ungünstiger Schadstoffklasse kann sie spürbar ins Gewicht fallen – ebenso wie der Wertverlust, der bei jüngeren Fahrzeugen meist noch deutlich größer ausfällt.
Wie hoch ist die Kfz-Steuer für ein Auto mit H-Kennzeichen?
191,73 € pro Jahr, pauschal für Personenkraftwagen. Voraussetzung ist ein Fahrzeugalter von mindestens 30 Jahren und ein Gutachten nach § 23 StVZO.
Wie wird die Kfz-Steuer bei einem Saisonkennzeichen berechnet?
Anteilig nach Monaten: Bei einer sechsmonatigen Saison zahlst du die Hälfte der Jahressteuer, bei vier Monaten ein Drittel.
Warum ist die Kfz-Steuer beim Diesel höher als beim Benziner?
Wegen des Sockelbetrags von 9,50 € statt 2,00 € je angefangene 100 ccm. Das gleicht die niedrigere Energiesteuer auf Dieselkraftstoff aus.